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(Ganz schön) Irre in Irrel... ;-)

 

 

 

 

Liebe Leser, schaut euch dieses Suchbild genau an. Was fehlt...? Hmm, mal überlegen... Ach ja: Die Boote!

Warum es so aussieht, wenn man mit Sandra paddeln geht, das erzählt die folgende Geschichte (nach einer wahren Begebenheit im Februar des seltsamen Jahres 2007...)

Das da links ist übrigens Sandra. Ein nettes Mädel, mit dem ich schon viele Jahre befreundet bin. Ein paar Tage zusammen Paddeln gehen hat aber über die Jahre nie hingehauen. Warum eigentlich - Zufall? Vorsehung? Oder hat Sandra es einfach nur gut mit mir gemeint???

Egal, auf jeden Fall geht's nun ab in die Eifel. Der Elzbach lockt mit annehmbaren Wasserständen und wir wollen endlich wissen, was es mit den Horrorgeschichten von schweren Schluchten, totalen Baumverhauen, reißenden Strömungen und unfahrbaren Wehren auf sich hat. Um es direkt vorweg zu nehmen: Es sollte eine der härtesten Touren werden, die wir alle jemals erlebt haben...

Egal! Erst einmal kann...


...Markus es nicht fassen, dass sein lang gehegter Wunsch, den Elzbach zu paddeln, endlich in Erfüllung gehen sollte! Dabei habe ich ihm doch hoch und heilig versprochen, dass wir bei nächster Gelegenheit dorthin fahren werden!!! Und, was ist? Wir fahren. Siehste, Markus.
Tjaja, die Zeitplanung. Wir treffen uns früh, denn der Weg zum Elzbach ist weit. Stefan, unser Zwerg, setzt aufgrund der aktuellen CO2-Diskussion auf ökologisch unbedenkliche Fortbewegungsmittel, doch das Ziel scheint auch nach Stunden nicht näher zu kommen. Also müssen wir doch wieder die Autos nehmen und trudeln gegen Mittag im schönen Eifeldorf Monreal ein. Okay, hier fließt der Elzbach lang, und nach einem kurzen Gespräch mit einem sehr netten Eingeborenen finden wir auch den Weg nach Müsch, dem von uns gewählten Einstieg.

Der Weg dorthin ist allerdings lang und wir kommen an einem Bauernhof vorbei. Hier fließt auch der Elzbach und wir überlegen, direkt hier einzusteigen, weil der Bauer uns abrät, mit unserem Wohnwagengespann bis nach Müsch zu fahren. Er überblickt - selbst als Nichtpaddler - unsere Zeitplanung wohl besser als wir selber und schlägt uns vor, dass wir auf seinem Bauernhof übernachten dürfen.

 
Anna ist ganz begeistert und geht direkt mal die Kälbchen streicheln!
Pennen am Einstieg! Das geht sonst nur in Norwegen oder irgendwo in Südamerika. Begeistert willigen wir ein, müssten wir doch sonst nach dem Paddeln noch einen Campingplatz bzw. eine Ferienwohnung für unsere Nicht-Camper suchen... In Monreal haben aber auch die "Weicheier" schnell Erfolg und finden eine kleine Wohnung.

 

 

 

Endlich geht's auf den Bach! Nicht nur Ramona strahlt, denn vor uns liegt ein neuer Fluss, den es zu erkunden gilt!

Aber, um es kurz zu machen: Von reißender Strömung oder schweren Schluchten keine Spur. Von Schluchten, ehrlich gesagt, überhaupt keine Spur. Nur Bäume, Äste, Büsche, noch mehr Bäume. Das meiste unterfahrbar, manchmal müssen wir umtragen.

Als endlich die Schlucht kommt, ist unser Neuzugang Simone schon ein paar Mal geschwommen. "Die war schon mit auf der Soca!", hat Stefan sie uns im Vorfeld angepriesen. Na ja, war unser Fehler, dass wir nicht gefragt haben, wie oft sie da geschwommen ist... ;-)

 

 

 

 

 

Das ist übrigens Simone. Hier hat sie schon wieder Hunger - vielleicht hätte sie auch nicht gedacht, dass sie nach einer Tour mit uns jemals wieder was zu essen kriegen würde... ...denn wir sind bereits lange unterwegs und haben die Schlucht gerade erst erreicht. Sie bietet zum Glück keine Schwierigkeiten, und so können wir uns weiterhin dem Umtragen bzw. Umschwimmen von Baumhindernissen widmen - und so vergeht die Zeit.

Es dämmert bereits, und noch immer ist keine Ende in Sicht. Markus fragt bei einem Haus am Ufer, wie weit es noch bis zu den Elzbach-Fällen, unserem Ausstieg sei. Nur noch ca. 10 Minuten, versichert man ihm. Also paddeln wir weiter, in die Dunkelheit hinein. Zehn, fünfzehn, zwanzig Minuten, doch immer nur eine Kurve nach der anderen, dunkler Wald und absolute Einsamkeit.

 

 

 

 

 

 

 

Mittlerweile sieht es so aus (siehe links). Da man also Bäume erst dann bemerkt, wenn man drunter hängt, gibt es nur einen Ausweg: Abbruch!!! Wir klettern aus den Booten, nehmen sie auf den Buckel und stolpern durch den stockfinsteren Wald, an schlammigen Abhängen entlang, immer den Fluss zu unserer Rechten als einziger Orientierungshilfe. Das geht solange, bis die ersten irgendwann unter ihren Booten zusammenbrechen. Nach kurzer Beratschlagung der Entschluss: Die Boote bleiben im Wald! Außer uns wird sich wohl niemand hier verirren! So machen wir uns mit leichtem Gepäck weiter auf den Weg. Ich möchte gern filmen, doch leider gibt meine Videokamera ausgerechnet jetzt den Geist auf. So gibt's nix mit Blair Witch Project II... Wir können die Hand vor Augen nicht mehr erkennen uns stolpern, klettern und rutschen durch den stockdunkel Wald. Zum Glück sind Luchs, Wolf und Bär hier ausgerottet. Oder...???

Über zwei Stunden quälen wir uns durch den Wald, bis wir eine Straße erreichen und wenig später unser Auto. Es ist halb elf Uhr nachts, als wir endlich in der Ferienwohnung sitzen und eine Pizza in uns hineinschlingen! Diese Pizza wird uns übrigens den Rest der Tage begleitet - manche mögen sie nämlich auch kalt, gut durch, ziemlich weich, mit Krabbelbelag (chronologisch etwa in dieser Reihenfolge), wie hier z.B. Thomas und Sandra beim Frühstück im Bett... ;-)

Liebe Leser, vermisst ihr eigentlich Paddelfotos? Na gut, reichen wir mal eins nach, aber auf dem Elzbach gingen uns irgendwie Zeit und Licht aus, hihi...

Hier aber ist Markus zu sehen, wie er in der Schlucht eine Spielstelle rockt...

...außerhalb der Schlucht ist der Elzbach allerdings eher ein völlig harmloser, netter Kleinwanderfluss.


Am nächsten Morgen geben wir ein sicherlich etwas dämliches Bild ab - acht Paddler in voller Montur, nur leider ohne Boote, stiefeln durch den Wald! Die Suche nach unseren Booten ist aber erfolgreich - manche zeigen große Wiedersehensfreude, nachdem sie ihren Liebling eine Nacht allein im Wald gelassen haben.

  Standortwechsel - auf nach Irrel! Auf dem dortigen Campingplatz haben wir schnell unser Lager aufgeschlagen und dann geht's ab auf die Wasserfälle. Zwar haben wir keinen Hochwasserpegel wie im Januar, aber ein schöner Wasserstand ist's allemal! Zu Irrel braucht man gar nicht mehr viel sagen, deshalb hier nur ein paar Impressionen:
Chris im Kehrwasser - ne wat is dat widda schön in Irrel!!!
Sandra fährt das Treppenhaus recht spektakulär..
.
Der Magnetfelsen heißt nicht ohne Grund so - daher sollte man so wie Chris hier einen gewissen Respektabstand wahren!

Stefan in voller Action: hier geht's runter!

Genau diese Stelle fährt Ramona kopfüber. Die Strafe dafür liegt auf der Hand (Wortwitz!!!)

 

Und zum Abschluss, liebe Kinder: So fährt man ein Kehrwasser an. Genau so! Besser, als Anna es hier demonstriert, geht's einfach nicht.

Denn einen Bach runterkommen kann ja jeder - aber das WIE ist entscheidend!

 

 

 

 

 

 

 

Ja, liebe Sandra, es war schön mit dir. Auch wenn ich nicht gedacht hätte, dass es dazu gehört, sein Boot in der Dunkelheit stundenlang durch den Wald zu schleppen. Vor einem geilen 8-Meter-Fall zu stehen und ihn wegen Wassermangel nicht fahren zu können. Morgens steifgefrorene Neosachen zu haben (siehe Foto links). Ich würde trotz allem wieder mit dir paddeln gehen! Jederzeit!!!

Denn Spaß hat's uns allen gemacht - sowohl den dreieinhalb KSR-Paddlern als auch den Gastpaddeln. Natürlich ist dies nicht nur die Geschichte von Sandra, die endlich mit mir paddeln geht. Es ist genauso die Geschichte der ewigen Monrealer Pizza. Die Geschichte des Burg Pyrmonter Schlammwaldes. Die von seltsamen und netten Eifelanern. Und und und... Eins aber bleibt gewiss:

Es war eine tolle Karnevalstour mit euch allen!!! Danke für diese Super-Gemeinschaft und den Zusammenhalt auch in Extremsituationen.

 

Christian Brune