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Kanu-Camp (JEM) 2008 an der Durance

JEM 2008

Im französischen Durance-Tal

 

Spaß, Wildwasser, Freunde treffen

Nach 2006 ging es nun zum zweiten Mal für das Kanu-Camp in die französischen Seealpen. Bestens vorbereitet startete eine motivierte Crew, um die bis zu 400 Teilnehmer Tag für Tag sicher den Fluss herunter zu führen.

Der Campingplatz überzeugte wieder einmal mit großzügigen Platzverhältnissen, wie man hier an unserem Lager gut sehen kann.

Zum Glück waren wir nicht noch weiter von unseren Nachbarn entfernt...

...denn sonst hätten wir auf die gemütlichen Frühstücksrunden mit Tobek und Julia genauso verzichten müssen wie auf die Dienste ihrer unbesiegbaren Küchenmaschine oder auf die lustigen spontanen UNO-Abende mit unseren Nachbarn mit reichlich Bier- und Desparados-Konsum und vielen zotigen Sprüchen.

 

 

 

Ach ja, paddeln waren wir natürlich auch.

Dieses Jahr sogar besonders viel und besonders engagiert, waren doch die Wasserstände in der ersten Woche exorbitant gut (Guisane-Waldschlucht bei Hochwasser, whow - was für eine Wuchtwasser-Autobahn! :=), in der zweiten immer noch toll und in der dritten auch noch akzeptabel. So bleibt uns keine Flussstrecke versagt, wobei wir aber nicht nur auf den brutal schweren Sachen unterwegs sind.

Viel Spaß macht zum Beispiel der Guil bis Chateau-Queras, an dem besonders Anna einen Narren gefressen hat. In der ersten JEM-Hälfte waren hier die Wasserstände gut für richtig spritzigen WW, am Ende ist es doch etwas knapp geworden. Aber für schöne Fotomotive mit dem Chateau-Queras im Hintergrund reicht es immer noch! Rund ums Chateau fließen Burggraben und Schutzengelschlucht, die natürlich ebenfalls befahren werden - wenn auch nicht im offizilellen Rahmen der JEM, dafür ist es echt zu heftig... Infos dazu weiter unten!

Die französischen Seealpen, auch wenn sie völlig anders sind als die österreichischen Berge, haben dennoch ein sehr reizvolles Panorama zu bieten - sei es der Biaysse-Wasserfall ganz am Ende des Tals (erstes Bild) oder die schöne Flusslandschaft des unteren Guil.

Wanderungen den Fluss entlang sind genauso möglich wie durch die Berge.

Sogar auf Gletscher kann man steigen oder über Felswände klettern - aber dazu später mehr...

 

 

 

 

Der platzeigene See sorgt für Entspannung, wenn man vom Paddeln wieder zurückgekommen ist. Aber nicht nur paddeln kann man hier, sondern selbstverständlich wurde auch das Training der Eskimorolle angeboten, was aber leider nicht so viele "gestandene" WW-Kanuten nutzen, wie es hätten tun sollen... noch immer gibt es jedes Jahr eine Menge Kenterungen und Schwimmeinlagen, wie man hörte sogar im Kehrwasser...

Doch nicht nur der See sorgte für Abwechslung, sondern auch die vielen

Freizeitmöglichkeiten auf dem Platz, sei es Fußball, Volleyball oder oder oder...

 

 

 

 

 

Besonders für die Kids, das müssen wir auch als quasi unbeteiligte Beobachter so sagen, wird unheimlich viel geboten. Es soll sogar Kinder geben, die die drei Wochen dort auf dem Kamp ohne eine Minute Langeweile verbracht haben, obwohl sie nie im Boot gesessen haben... Sie können dann zum Beispiel Klettern mit Horst Hähnchen am Platz oder mit Kathrin (siehe unter "Paddler") und anderen auf Klettersteigen.
Sie können aber selbstverständlich auch am See spielen, Schwimmabzeichen erwerben, die Eskimorolle lernen, Spiele oder Wettrennen machen, jeden Tag malen und basteln, Zirkus-, Turn- und Jonglageübungen mit Manni machen, der sie auf den großen Zirkusauftritt beim Kanutenball vorbereitet oder oder oder...

Wie auch immer: Selbst die Kleinsten haben jedes Mal bis tief in die Nacht Spaß!

 

 

Doch zurück zum ordentlichen Wildwasserpaddeln. Hier ein paar Tipps zu den etwas anspruchsvolleren Strecken der Region:

Guil (Auiguilles - Chateau-Queras), bei gutem Wasserstand schönes WW III, sehr technisch, teilweise enge Durchfahrten. Zum Ende hin nach der Schlucht immer leichter, landschaftlich herausragend schön. Braucht aber gut Wasser, um es in unsere Liste zu schaffen, sonst nur spaßfreies Geschrubbel.

Guil, Schluchten

1. Burggraben: Wuchtiges Wildwasser der Stufe IV, Psychofaktor allerdings WW VI, da steile Schluchtwände. Ein Verlassen der Schlucht ist nur mit Hilfe von Kathrin möglich, wenn sie zufällig über einem am Seil schwebt...;-) Die Abschlussstufe ist im Vergleich zu vor zwei Jahren deutlich fairer geworden.

2. Schutzengel-Schlucht: Hat sich deutlich verändert, übersteigt in manchen Katarakten den IV. Grad, mehrere so hakelige

Durchfahrten und Unterspülungen, dass drei Umtragungen unseres Erachtens nötig waren. Am Ende der Schlucht liegt ein riesiger Felsblock mitten im Fluss, wo sich ds Wasser links und rechts dran vorbeiquetscht. Nur theoretisch fahrbar, ist aber eigentlich ein Siphon, links umtragen möglich. Bitte in dieser Schlucht vorsichtig fahren und alles vorher scouten, ist immer möglich!

3. Unterer Guil (Schleierfälle bis Stausee): Die Schleierfälle sind bekannt knackig, besonders der Eingang unter der Straßenbrücke ist heftig. Die folgende

Flusstrecke ist der Hammer - wuchtiges, steiles und technisches WW, von der Straße aus zwar häufig einzusehen, aber kann leicht total unterschätzt werden. Bei guten Wasserständen wirklich heftig, bis WW IV+, Umtragen meist möglich. Mittendrin liegt einmal ein Baum quer zur Strömung, der sehr steckgefährlich ist und besser umtragen werdne sollte!

Guisane, Waldschlucht: Die Waldschlucht gehört zu den schönsten WW-Strecken der Region - anspruchsvoll (bei HW locker WW IV, bei normalen Wasserständen immer noch III-IV mit einigen Viererstellen), aber fair,

technisch anspruchsvoll, übersichtlich und mit riesigem Spaßfaktor. Das große Wehr vor dem Eingang der Schlucht umträgt man besser (Warnschilder 400m vorher), in der Schlucht ist ein Katarakt, der am Ende so böse verblockt ist, dass man rechts ins Kehrwasser springen muss, um sich dran vorbei zu mogeln, sonst tut's weh. Gut zu erkennen am riesigen Baumverhau auf der linken Flussseite. Annas Kommentar am Ende: "Das fahren wir morgen direkt noch mal!"

 

Das Kanu-Camp bietet ständig Gelegenheiten, um sich mit anderen zu treffen - sei es der französische Abend (siehe rechts), der Kanutenball, dessen Programm von uns deutlich gestrafft und modernisiert wurde (wir hoffen, es hat euch gefallen!!!), Spiele und Turniere oder oder oder...
Chef de la Cuisine Hardy, im anderen Beruf Kanu-Fachhändler, verwöhnt uns abends mit leckeren französischen Crêpes...
 Wir trainieren aber die überzähligen Pfunde nicht nur beim Paddeln wieder ab, sondern messen uns auch sportlich - beim Fußball ist unser Team der Fahrtenleiter unschlagbar und holt sich den JEM-Meistertitel 2008!
 Noch deutlich mehr Pfunde verlieren wir auf dem Klettersteig, auf den Kathrin uns lockt. Wir erfahren erst nach fünf Stunden Quälerei, dass dieser Klettersteig in der beinahe höchsten Kategorie angesiedelt ist. Trotzdem: Die Aussicht ist grandios und das Erlebnis, am steilen Fels zu hängen, dreihundert Meter über dem Abgrund, und sich Zentimeter für Zentimeter vorzukämpfen, ist einfach einmalig! Wir waren zwar total fertig, aber trotzdem sehr froh, diesen Ausflug gemacht zu haben...
 
 

 Ein Highlight: Natürlich treffen wir uns mit der Gruppe unseres Vereins, der ebenfalls in der Region unterwegs ist, auch um gemeinsam paddeln zu gehen. Ich führe unsere WSVB-Tour auf die Ubaye (Le Martinet bis Raftausstieg vor der Royalschlucht), die Anna und ich der Truppe sehr ans Herz legen - sie sollten es nicht bereuen!

 

 Die Ubaye bietet spritziges und in den Katarakten sogar recht wuchtiges WW, das in den Schlüsselstellen den III. Grad locker erreicht.
 Für unser Team heißt das: einfach nur Spaß auf dem Bach und extrem gute Laune (wie man am Foto vielleicht sieht), während die Kanu-Camp-Fahrtenleiter Jan und Fabian, die mit uns dort sind, schon nach kurzer Zeit arg genervt sind. Eine ganze Reihe von ihren Teilnehmern haben doch deutlich geringere Fähigkeiten, als sie nötig gewesen wären, um auf WW III klar zu kommen, und müssen (teilweise nach heftigen Schwimmern) herausgenommen werden. Es bleibt nur immer wieder der Appell an alle, sich doch bitte realistisch einzuschätzen und nicht die

Fahrtenleiter und die Gruppe in solche Bedrängnis zu bringen, wie es ab und zu (und eben auch hier) geschehen ist. Allerdings zeigt sich auch, dass das Bewertungssystem von Schwierigkeitsgraden problematisch ist, die Ubaye ist eben ein ganz anderer "Dreier" als der obere Guil, der diese Schwierigkeit außerdem nur bei viel Wasser aufweist. Einem Teilnehmer, den ich auf der WW III-Schulung mithatte, hätte ich die Strecke durchaus zugetraut, aber wie gesagt - die Ubaye ist eben ein "richtiger" Dreier und verunsichert so manchen Kandidaten.

 Diese Erlebnisse konnten aber zum Glück den positive Gesamteindruck nicht schmälern - links ein paar Impressionen unserer Tour!

 

Von oben nach unten: WSVB im Kehrwasser, Ralph und Daniela, Anna, Tom, Oswald, Daniela

 

 

 So vergingen die Tage in Frankreich, einer schöner als der andere, mit Paddeln, Party machen, Sport und Spiel, dem Frühstück mit Murmeltieren oder Chillen am See...

 

Danke an Thomas für die engagierte Leitung des Camps, die FL für die gute Zusammenarbeit, Willi für seine Idee, "mal eben" den unteren Guil auszuprobieren, Kathrin für ihr Vorklettern, Tobek und Julia für's Baguette holen, Lydie und ihren Eltern für den Spaß beim Rollentraining und den

leckeren Wein, Ies für den Ohrwurm "Het is een Nacht" - wie wahr..., Markus, Daniel und Kathrin für die Super-Zusammenarbeit beim Kanutenball trotz aller Pannen und kurzfristigen Planungen, meiner Freundin für drei wundervolle Wochen, Danke auch an alle, die ich ungerechter Weise vergessen haben sollte und - quasi im Voraus - Dank an alle Firmen für ihre unkomplizierte Reklamationsbearbeitung, denn in den drei Wochen Kanu-Camp haben wir Material für sage und schreibe 1.500 Euro verschlissen... aber egal: Wir freuen uns auf Nikolsdorf 2009!

Text und Fotos (c) Christian Brune

Den Film vom Kanu-Camp könnt ihr natürlich auch auf dieser Homepage schauen - einfach hier klicken!

Zum Schluss darf nicht vergessen werden, auch noch ein großes Dankeschön an den neuen Sponsor Stohlquist zu übermitteln! Die Homepage seht ihr unten:

 

www.stohlquist.com

 

Wer noch weitere Infos zum Kanu-Camp möchte, dem seien folgende Seiten empfohlen:

www.kanu-camp-jem.de

www.www.kjnrw-bezirk3.de

   
 P.S. Wir alle wissen, dass Wildwasserpaddeln eine Natursportart ist, die ein Restrisiko beinhaltet. Auch wenn eine Gruppe perfekt funktioniert, alle Sicherheitsmaßnahmen und -ausstattungen höchstem Standard entsprechen und die Wasserstände moderat sind - passieren kann immer etwas. So ist es leider geschehen auf der Guisane im Katarakt 6 km vor Chantemerle, als sich eine Paddlerin bei einem eigentlich harmlosen Schwimmer unter Wasser verfing. Trotz schneller und professionellster Hilfe ist sie am Tag danach im Krankenhaus verstorben. Die kompletten Fakten habe ich bei Soulboater.com und bei kanu.de im Forum zusammengefasst; sie brauchen hier nicht noch einmal wiedergegeben werden. Es ist gut, dass wir alle danach weiterhin WW gepaddelt sind, denn kein Fluss ist durch diesen Unfall schwerer oder gefährlicher geworden, als er es vorher war. Trotzdem (oder gerade deswegen) werden wir alle in Zukunft sicherlich ein wenig bewusster paddeln. Den Angehörigen, Freunden und Vereinskameraden von Martina aufrichtiges Beileid und viel Kraft. Wir werden ihr Andenken auf dem Kanu-Camp in Ehren halten...