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Rekordhochwasser auf der Hohen Rur - reloaded!

1. Tour: 09.01.

2. Tour: 15.01.

Das neue Paddeljahr fängt mit einem Paukenschlag an: Regenfälle, hohe Temperaturen (na ja, zumindest über Null) und die ungeheuren Schneemengen aus dem Dezember, die nun schmelzen, sorgen am Wochenende 08./09.01. für rekordverdächtige Hochwasserstände (Pegel Dedenborn: 160cm, Monschau 170cm, Reichenstein geschätzte 100cm, da der Pegel komplett unter Wasser war). Abseits der großen Flüsse versuchen wir (gemeinsam mit vielen anderen), ob die Rur ab Reichenstein auch noch geht, wenn es unter den Brücken schon eng wird...

Um es kurz zu machen: Ja, es geht! Und wie... So viel Spaß, einen so wuchtigen Pegel haben wir noch nie erlebt! Und während sich am Samstag wohl jeder Möchtegern-WW-Paddler die Hörner abgestoßen hat und die Rur ein Schwimmfestival erlebte, hat sich (bei nochmal 30 cm mehr Wasser) bis Sonntag herumgesprochen, dass hier nur bessere Fahrer etwas zu suchen haben. Kopfschüttelaktion des Tages: Drei Slalomfahrer aus Köln in ihrer unprofessionellen Ausrüstung (Helm, Schwimmweste) und mit Shorty! Der schlechteste schwamm durch Monschau und stand danach in kurzer Hose und mit nackten Füßen im Schnee - natürlich auf der falschen Uferseite...

Jetzt erst mal Bilder von der ersten Tour:

Brauereiwehr

Vor dem Paddeln auf einem Hochwasserbach sollte man die Lage checken - gut so, denn das Wehr kurz vor Monschau hat einen Monsterrücklauf!

Favoritentöter

Auch unter dieser Brücke sollte man sich überlegen, ob man sich eventuell kurz ducken muss... Dahinter tost es gewaltig!

Schneepaddler

Von dem weißen Zeug am Ufer lassen wir uns nun wirklich nicht aufhalten!

Bergeaktion

Allerdings ist anzumerken, dass das Bergen von Booten bei so viel Wasser etwas mühsam ist und durch den hohen Schnee am Ufer auch nicht gerade vereinfacht wird...

Happy Birthday!

Geburtstagkind Thomas freut sich über das tolle Geschenk - Maximalpegel zum Ehrentag, wer kann das schon von sich behaupten?

Monsterwellen

Selbst die eher ruhigen Zwischenstücke der Rur sind plötzlich mit dicken Löchern gespickt - von den gefällstarken Katarakten ganz zu schweigen.

"Wenn du die Ötz fahren kannst, dann packst du das hier auch", hat Flo ganz lapidar im Vorfeld erklärt. Na ja, ganz so hart war es dann doch nicht...,-)

Text © Christian Brune (siehe rechts)

 

Fotos © Martin Stegmaier, Thomas Klinkenberg

 

Nachgereicht nun die Bilder der zweiten Tour. Thomas hat nun (Stand: 03.02.) seine Bilder beigesteuert - hier sind sie! Pegel Dedenborn 110 cm, Monschau 140 cm, Reichenstein 70cm. Der Schnee am Ufer ist zum Glück mittlerweile weg!

Wieder findet sich eine nette Truppe von Paddlern zwischen Rees und Aachen. Und noch immer präsentiert sie die Hohe Rur reichlich eingeschenkt...
...so dass einige Löcher tiefer sind, als man glaubt!
Daher ist es manchmal besser, man lernt aus den Routen der anderen (oder den eigenen Fehlern beim ersten Durchgang) und fährt eine saubere Linie drum herum ;-)
Zwei unserer Leute in Action - die Rur bei Hochwasser, das ist (für gute Paddler) einfach nur Spaß pur!
Das kann man hier vielleicht auch Benes Gesichtsausdruck entnehmen. Er ist total froh, wenigstens diese Woche mitgekommen zu sein!

Wir hauen uns auch den ca. 8 Meter hohen "Knochenbrecher" herunter...

Zuerst Arno (oben), später ich (unten). Aber der Name ist Programm und trotz des hohen Wasserstandes schlägt es doch ganz schön bis zum Hintern durch - ich glaube, in Zukunft umtrage ich lieber wieder! Das tue ich meinem armen Boot nicht öfter an.

Die Stadtdurchfahrt von Monschau beginnt...
Auch die Stadtdurchfahrt präsentiert sich ungewohnt spritzig und mit teilweise riesenhohen Wellen. Aber alles ist unproblematisch zu fahren, man kommt unter den Brücken wieder gut durch und es gibt keine Schwierigkeiten (Selbstverständlich sind wir NICHT gepaddelt, als die Flutwelle ihren Höhepunkt erreicht hatte (siehe Pegelverlauf ganz oben in diesem Artikel) und die Monschauer Altstadt volllief. Sowas macht man nicht).
Hier ist Chris in der Anfahrt zum Favoritentöter, der am Ende doch eine ziemlich beeindruckende Wasserwand aufbaut. Da sollte man bereits in der Anfahrt des mehrere Meter hohen Schrägabfalls das Boot ausrichten...
...um sauber durchzuschießen.
Hier gelingt es Arno ("he, wer hat mir denn da unten vor den Helm getreten?")...
...und hier auch dem Bene recht spektakulär.
Das Kesselwehr hat genau an der Durchfahrt ein kleines Stahlseil, das man erst sieht, wenn man schon fast drinsteckt und für mehr oder weniger akrobatische Verrenkungen sorgt, um ein hässliches Einfädeln zu verhindern. Also Vorsicht an dieser Stelle!
Auch Arno fährt eher unorthodox und guckt sich noch mal an, wie weit bei Hochwasser die Steine unter Wasser liegen.

Einfach unglaublich - das ist die Rur! In NRW!!! Wuchtig, spaßig, schnell... wir kommen aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus.
Dank unserer ausgefeilten Logistik *g* kommen wir schnell und vor allem sicher überall hin... ;-)
Vielen Dank auch an die begleitenden Fotografen Thomas und Sven und an alle Mitpaddler für einen genialen Tag!

Text: © Christian Brune

Fotos: © Sven Laudien und Thomas Klinkenberg